Schwabach – Partie gedreht – auf den letzten Drücker: Der 1. FC Kalchreuth verliert 2:1 beim SV Unterreichenbach, die Urus ziehen damit in der Landesliga Nordost an den Gästen vorbei. Der unerwartete Spielverlauf hat wohl auch mit den Platzverweisen zu tun.
Von Roman Schuster
Urus-Trainer Michael Scherbel hatte Soner Uluca erst nach der Pause eingewechselt. Der 30-jährige Sechser hatte sich gegen Quelle Fürth einen Muskelfaserriss zugezogen, im Heimspiel gegen den 1. FC Kalchreuth war es Zeit für sein Comeback. Und besser hätte es nicht laufen können: In der 89. Spielminute steht es 1:1, Soner Uluca tritt zum Freistoß vom rechten Flügel an. Er schlägt den Ball in den Sechzehner, der hüpft auf. Und landet letztendlich im Kalchreuther Tor. Das Gefühl ist Uluca zufolge „unbeschreiblich, vor allem wenn es um so wichtige Punkte geht“.
Durch den 2:1-Sieg zieht der SVU in der Tabelle der Landesliga Nordost vorerst am 1. FC Kalchreuth vorbei. „Die letzten Wochen liefen ja nicht so rund“, sagt Uluca. „Ich hoffe jetzt, dass es so weitergeht.“ Nach der ersten Halbzeit hätte wohl niemand einen Heller auf einen Punktgewinn der Urus gesetzt. Denn die wirkten vollkommen ideenlos in der Offensive, erspielten sich vor der Pause quasi keine richtige Torchance. Spätestens im letzten Angriffsdrittel war der Ball zumeist weg.
Der 1. FC Kalchreuth vergab hochkarätige Chancen, der SV Unterreichenbach hatte erstmal gar keine
Kalchreuth kam dagegen schon in den ersten fünf Minuten wiederholt gefährlich vors Tor – ließ die Gelegenheiten allerdings liegen. Ehe Flügelspieler Jonas Dorn nach einem Abpraller in der 34. Spielminute das 1:0 markierte. Auch wenn die Urus nach der Pause besser ins Spiel fanden – wohl auch durch die Einwechselspieler Soner Uluca und Urlaubsrückkehrer Xaver Distler – lagen Spielanteile sowie Chancenübergewicht auch weiterhin auf Seiten der Kalchreuther Gäste.
Nach fast genau einer Stunde Spielzeit sah dann Niklas Hübler die Rote Karte. Laut einem Schiri-Assistenten hatte er das Knie seines Gegenspieler mit „offener Sohle“ getroffen. Für FCK-Torschütze Jonas Dorn sei das jedoch „maximal eine Gelbe Karte“ gewesen. „Dann spielst du in Unterzahl, dann versuchst du in Unterzahl irgendwie das 1:0 über die Bühne zu bekommen.“ In einigen Situation war seine Mannschaft dann „das Quäntchen zu spät“ dran und hat dann doch noch die zwei Gegentore bekommen.
Auch weil Kalchreuth in puncto Chancenverwertung zu „inkonsequent“ war. „Das ist bei uns lange und oft so, dass wir vorne die Dinger nicht machen.“ Und wie es so schön heißt, führt er weiter aus: „Wenn man die Dinger vorne nicht macht, bekommt man sie hinten. Da hat sich das Sprichwort heute leider wieder bewahrheitet.“ Trotzdem ist er „optimistisch“, dass seine Mannschaft die „Kehrtwende“ schafft.
Den Ausgleich hatten die Urus bemerkenswerterweise erst erzielt, als beide Teams wieder mit gleich vielen Akteuren auf dem Platz standen. Denn 15 Minuten vor Schluss zeigte Schiedsrichter Moritz Breitruck Sebastian Schwarz Gelb-Rot. Sechs Minuten später dann der lange Ball von der Mittellinie auf Nico Wessner, der bringt das Leder in die Mitte, wo SVU-Kapitän Marvin Jeltsch freisteht – und schließlich ungestört abschließen kann.
In der Landesliga Nordost ist der SV Unterreichenbach nun am 1. FC Kalchreuth vorbeigezogen
Jeltsch gibt zu, dass sein Team in der ersten Halbzeit „wahrscheinlich die schlechtere Mannschaft“ war. Nach der Pause konnte Unterreichenbach „mindestens 20 Prozent drauflegen“ und den „wichtigen Dreier in die richtige Richtung“ machen. Ein möglicher Grund, warum die Schwabacher sich zuletzt schwer getan haben, waren Jeltsch zufolge die fehlenden Stammspieler. „Viele Verletze, viele Urlauber“, habe der SVU zu beklagen gehabt. „Jetzt kommen langsam alle zurück und dann können wir hoffentlich an die drei Punkte anknüpfen.“
