Wir trauern um unser Ehrenmitglied Manfred Ritschel

Manfred Ritschel,

vom Dorf-Fußballer zum Nationalspieler.

Der SV Unterreichenbach trauert um sein langjähriges Ehrenmitglied.

In dieser schweren Stunde wollen wir innehalten, gemeinsam erinnern und dankbar auf die gemeinsame Zeit zurückblicken:

Manfred Ritschel wurde am 7.6.1946 in Unterreichenbach geboren.

1956 schloss er sich dem SV Unterreichenbach an und spielte bis 1960 in der 1. Schülermannschaft. Schon in frühen Jahren konnte man erkennen, dass hier ein großes Talent heranwächst. Bei einem Spiel gegen den SV Kammerstein gelangen ihm sagenhafte 16 Tore und man konnte das Spiel mit 28:0-Toren gewinnen. 1960 kam er mit seinem Team bis ins Endspiel um den Mittelfranken-Pokal, wo sie am 1. FC Nürnberg scheiterten.

Von 1960-64 spielte er in der 1. Jugendmannschaft, mit der er 1963 ungeschlagener Kreismeister wurde und schließlich auch hier auf Bezirksebene gegen den 1. FC Nürnberg scheiterte.

1964 kam der Wechsel in die 1. Mannschaft, die damals in der A-Klasse Gruppe 4 spielte. Mit ihm schaffte die Mannschaft 1965 den Aufstieg in die Bezirksliga Gruppe Süd, und man wurde im darauffolgenden Jahr sogar Vizemeister in dieser Klasse.

Roland Wabra nahm Manfred Ritschel einmal zu einem Probetraining zum 1. FCN mit, doch aufgrund des damaligen Trainers Jeno Csaknady scheiterte ein Wechsel (er habe kein Talent, meinte der damalige Trainer…).

1966/67 spielte er für den FC Stein in der Landesliga.

Während seiner Bundeswehrzeit spielte er in der Bayernligamannschaft des ESV Ingolstadt. Während dieser Zeit wurde er ebenfalls für einige Spiele in die Bayernauswahl berufen.

Seinen ersten Profivertrag bekam er von Bayern München, doch er schloss sich aufgrund des lukrativeren Angebotes dem Jahn aus Regensburg an. Dies bereute er über seine komplette Laufbahn.

Von Regensburg kam dann 1970/72 der Wechsel zum BVB nach Dortmund. Nach dem Abstieg der Borussia 1972 Wechsel zu den Offenbacher Kickers, mit denen er den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Mit diesem Verein feierte er seine größten Erfolge in seiner Laufbahn.

Im April 1975 erzielte er das Tor des Monats.

1975 wurde er von Helmut Schön in die Nationalmannschaft berufen, wo er am 12. März im Londoner Wembley Stadion sein erstes Länderspiel bestritt. Berti Vogts sagte zu ihm, dass er 50 Länderspiele gebraucht hat, um endlich einmal im Wembley Stadion zu spielen, und Manni hatte das Privileg, bei seinem ersten Einsatz diese Erfahrung zu erleben. Nach diesem Spiel folgten noch zwei weitere Länderspiele gegen Bulgarien und Holland.

1976/77 kam der Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern, und bereits ein Jahr später der nächste Wechsel zum FC Schalke 04.

Aufgrund der langen Fahrtwege und der stetigen Schulklassen-Wechsel der Tochter suchte er einen Kontakt nach Franken, wo er schließlich bei der SpVgg. Fürth einen Vertrag für 1978 abgeschlossen hat.

1979 übernahm er das Traineramt bei seinem Heimatverein in Unterreichenbach, wo er ab 1983 als Spielertrainer fungierte. Im Jahr 1984 konnte man gemeinsam in die A-Klasse Jura aufsteigen.

Nach seiner aktiven Laufbahn als Profi, bestritt er etliche Spiele in der prominent besetzten Mannschaft Puma-Schleudersitz .

1985 wurde er vom TSV 04 Schwabach abgeworben, wo er noch einige Jahre als Spielertrainer, Trainer und später als Sportlicher Leiter tätig war. Zugleich war er Trainer der Bezirksauswahl.

Am 7. Mai 2010 wurde er für seine Verdienste für den SV Unterreichenbach zum Ehrenmitglied ernannt.

Wann immer es der gesundheitliche Zustand zuließ, versuchte er in den letzten Jahren die Heimspiele seiner Roten Teufel zu verfolgen.

Wir werden unserem Ehrenmitglied stets ein ehrendes Andenken bewahren und so bleibt sein Platz in unserer Gemeinschaft unvergessen.

In seinem Sinne werden wir eine Spende für eine gemeinnützige Einrichtung tätigen.

Wir wünschen der Familie viel Kraft und alles Gute.

Die Vorstandschaft des SV Unterreichenbach im Namen aller Mitglieder.