„Derbysieger, Derbysieger, …!!!“ -so schallte es direkt nach dem Schlusspfiff über den Platz und in den nächsten Stunden immer wieder aus der Kabine und im Vereinsheim. Die „Urus“ boten im Schwabacher Stadtderby gegen den favorisierten Lokalrivalen – im Vorfeld von der lokalen Presse als Duell David gegen Goliath tituliert – eine echt bockstarke Leistung.
Die Rascher-Elf fand von Beginn an gut in die Partie und tauchte in den ersten Minuten gleich 2mal gefährlich vor dem 04-Gehäuse auf: In der 2. Minute setzte sich Joshua Kurz im Strafraum klasse durch, doch sein Rückpass verfehlte die gut positionierten Mitspieler und konnte zum Eckball geklärt werden. Nur 60 Sekunden später ging ein Schuss von Lukas Frauenknecht über das Gästetor. In der 12. Minute tauchten auch die „Nullis“ das erste Mal gefährlich vor dem Tor von Moritz Weis auf – im Nachhinein war das allerdings ihre einzige, wirklich hochkarätige Möglichkeit dieser Partie: Nach einer Hereingabe verfehlte Kobrowski sein Ziel aus aussichtsreicher Position knapp. In der Folgezeit entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, in der Torchancen aber zunächst Mangelware blieben. Doch in der 35. Minute fast das 1:0 für die „Roten Teufel“ als der Kopfball von Joshua Kurz nach Flanke von Simon Schallmayer nur haarscharf vorbei ging. Sechs Zeigerumdrehungen später leistete sich der bereits verwarnte Misic ein folgenschweres Foul gegen Xaver Distler und wurde mit der Ampelkarte vorzeitig unter die Dusche geschickt.
Aufgrund der Überzahl veränderte sich das Spielgeschehen mit Start von Hälfte Zwei mehr und mehr zugunsten der „Urus“, während sich die Gäste von der Nördlinger Straße aufs Kontern verlegten. Nach einem Ballverlust bot sich daraus Ruhrseitz eine gute Abschlussmöglichkeit aus 18-Meter-Torentfernung, doch sein Schuss war zu harmlos, um den kaum beschäftigten Keeper Moritz Weis in Verlegenheit zu bringen. In der 65. Minute ging ein Schuss des zur Halbzeit für den gelb-vorbelasteten Simon Schallmayer eingewechselten Leo Rötz übers Tor. Zehn Zeigerumdrehungen später war es erneut Leo Rötz, der für große Gefahr sorgte, doch er scheiterte am 04-Keeper Dennerlein. Sollte das Stadtderby wie in der Vorsaison tatsächlich wieder torlos enden? Aber die „Urus“ hatten was dagegen und versuchten es immer weiter. In der 85. Minute fand Lukas Frauenknecht mit seinem Schuss ins kurze Ecke im Gästeschlussmann seinen Meister. Die Zeit wurde langsam knapp, doch dann handelten sich die „Nullis“ in der 86. Minute einen weiteren Platzverweis ein. Weiß musste wie schon sein Mannschaftskollege in der ersten Halbzeit mit gelb-rot vorzeitig zum Duschen. Die doppelte Überzahl gab der Rascher-Elf sicherlich noch einmal einen entscheidenden Push, doch noch den wichtigen Dreier im Abstiegskampf zu holen. Und in der 90. Minute war es dann so weit: Ein weiter Einwurf von Jonas Bömoser in den 16er erreichte Kapitän Lukas Frauenknecht, der sich klasse behauptete und das Leder zum 1:0-Siegtreffer in die Maschen des Gästegehäuses beförderte. Der Jubel kannte keine Grenzen, und in der fünfminütigen Nachspielzeit ließen die „Urus“ auch keine brenzlige Situation mehr vor ihrem Tor zu.
Mit diesem Dreier, und auch der auf dem Platz gezeigten Leistung im Nachholspiel, setzt die Rascher-Elf ein klares Ausrufezeichen im Kampf um den direkten Klassenerhalt an die Konkurrenz. Gleich nächste Woche steht beim aktuellen Tabellenzweiten SV Buckenhofen eine schwere Auswärtspartie an, wo es gilt, an diesen Sieg und die Leistung anzuknüpfen, und hoffentlich auch dort was Zählbares mitzunehmen.
Die „Nullis“ hatten sich den Auftakt 2025 sicherlich anders dargestellt. In diesem Spiel siegte die mannschaftliche Geschlossenheit der „Urus“, die immer an sich glaubten, gegen die (vermeintlich) besseren Einzelspieler. Interessanterweise gelang dem SC 04 Schwabach in den 3 Landesligapartien auswärts in Unterreichenbach überhaupt noch kein einziger Treffer (2mal 1:0, einmal trennte man sich 0:0).
SV Unterreichenbach: Weis, F. Klarner (63. D. Bub), Malek, Goetz, Jeltsch, X. Distler (90. Danninger), Frauenknecht, Schallmayer (46. Rötz), Bömoser, Ludwig, Kurz (77. Pöperny).
